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Texingtal im Lauf der Zeit

Die Entstehung

 

Die Gemeinde Texingtal gibt es seit 1971. Damals wurden die Gemeinden Texing, St. Gotthard und Plankenstein zu einer Gemeinde mit eigenem Wappen zusammengelegt.

Das heutige Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von ungefähr 32 km² und erstreckt sich entlang des Tales der Mank und ihrer Nebenflüsse etwa 10 km in West - Ostrichtung und ca. 3 km in Nord - Westrichtung.

Das Tal wird im Norden von der - zum Alpenvorland gerechneten - ungefähr 600 m hohen Hügelkette des Schweinz - und Texingerberges begrenzt.

Im Süden zählen der Osangkogel, der Walzberg, der Grüntalkogel und der Bichlberg bereits zu den Voralpen. Hier erreichen die Berge eine Höhe von fast 900 m.

Das Tal ist fruchtbar und waldreich und es gibt genügend Wasser. Es wurde wahrscheinlich von slawischen Stämmen besiedelt, worauf das - ing - im Ortsnamen hinweist.

Historisch belegt ist die Besiedlung ab der Römerzeit. Bis zum Ende des 3. Jhdt. wurde es von den Römern verwaltet. Das Hinterland des Limes musste die an der Donau stationierten Soldaten mit Lebensmitteln versorgen und die wichtigen Verbindungsstraßen in Stand halten. Der Wanderweg "Römerweg" soll so eine römische Straße gewesen sein, ebenso der Güterweg Straß. Ab dem 9. Jhd. wurde das Gebiet christianisiert.

 

Die Namen
 
Schriftlich erwähnt werden die drei Orte erst wieder am Ende des 11. Jhd. Damals wurden sowohl in Texing als auch in Plankenstein Burgen gebaut. Die Burg von Texing gehörte den Herren von Tessingen. Sie gab dem Ort seinen Namen. Von dieser Burg, in der Nähe des Hauses Schafferhof gelegen, kann man nur mehr den Platz erkennen, auf dem sie einst stand.

Die Burg Plankenstein hat eine wechselvolle Geschichte zu erzählen. Erbaut von denen zu "Plancinstain" beherbergte sie eine mächtige Familie, die bis ins 16. Jhd. die Gerichtsbarkeit weit über das Tal hinaus inne hatte.

An diese Zeit erinnern noch Namen wie Galgenkogel und Horrathöh (Hochradhöhe). Der letzte Plankensteiner - der Lange Hans - starb ohne Erben. Ab dieser Zeit wechselten die Besitzer mehrmals.

Zwischen den Burgen gab es Burgstallberge. Das waren befestigte Bauernhöfe, die die Verteidigung des Tales unterstützen sollten.

Nach dem 2. Weltkrieg diente die Burg der sowjetischen Armee als Unterkunft. Danach verfiel sie, bis sie 1976 von Architekt Peter Trimbacher erworben und in langjähriger mühevoller Arbeit restauriert wurde. Heute ist die Burg ein Seminarhotel und ein beliebter Ort für Hochzeiten. 

 

Die Gemeinden 
 
Die Pfarren von Texing und St. Gotthard wurden Anfang des 13. Jhd. gegründet. Die Pfarrkirche von Texing ist dem Hl. Bartholomäus geweiht. Die ursprünglich gotische Kirche wurde durch Brände und während des zweiten Türkenkrieges mehrmals zerstört und danach im barocken Stil renoviert. Die Pfarre wurde bis Ende des vorigen Jhd. von Patronatsherren verwaltet. Das Patronat erlosch erst durch den Verkauf der letzten Kirchengründe. 
 
Die Kirche von St. Gotthard wurde vom bayrischen Kloster Altaich gegründet und ist dem Hl. Abt Godehard geweiht. Zur Zeit der Gründung gab es in der Kirche eine Quelle, der wundertätige Wirkung zugeschrieben wurde. Die Dankbarkeit jener, denen dort ein Wunder widerfuhr, äußerte sich in Grundschenkungen und anderen wertvollen Zuwendungen, so dass die Kirche im Volksmund bald "Goldene Kirche" genannt wurde. 


Auch die Herren von Plankenstein waren ihr sehr verbunden. Im alten Pfarrhof sind Dokumente und Bilder ausgestellt, die sich mit der interessanten Geschichte der Kirche befassen. Die Quelle liegt jetzt etwas unterhalb der Kirche und wird von einem kleinen Brunnenhaus mit Inschrift geschützt.Die Pfarre von Plankenstein hielt ihre Gottesdienste bis 1952 in der Burgkapelle. In diesem Jahr wurde die neu erbaute Kirche der "Hl. Maria Schnee" geweiht. Die Kirchen von St. Gotthard und Plankenstein sind auch heute noch beliebte Wallfahrtskirchen. 

 

Die Kriege 
 
Die Kriege Während des 2. Türkenkrieges wurde das ganze Tal in arge Mitleidenschaft gezogen. Die Bevölkerung flüchtete in die Burg Plankenstein. Als Fluchtwege dienten unterirdische Gänge, deren Eingänge der Ururgroßelterngeneration noch bekannt waren.

Die Burg wurde drei Wochen lang vergeblich belagert. Die Türken ließen eine Kanone zurück, die sie in Budapest erobert hatten. Diese Kanone diente bis nach dem Ende das 1.Weltkriegs zum Böllerschießen und wurde dann von einem in Geldnot geratenen Besitzer an die Schallaburg verkauft. An diese schweren Zeiten erinnert ein Türkensäbel im Opferstock der Kirche in Texing.
Bei Aushubarbeiten für ein Bauernhaus in St. Gotthard wurden Kanonenkugeln gefunden. Auch die Franzosenkriege zeigten Wirkung im Tal. Im Ortsteil Steingrub gibt es eine Kapelle, unter der französische Soldaten begraben sein sollen. 
Der wohl bekannteste Bewohner des Texingtales war der Kanzler des Ständestaates Dr. Engelbert Dollfuß. Er wurde am 4. Oktober 1892 im Haus Groß Maierhof 1 geboren. Als er ein Jahr alt war, heiratete seine Mutter in den Nachbarort Kirnberg. Das Haus war bis vor 20 Jahren bewohnt und ist weit gehend im Originalzustand erhalten. Vor einigen Jahren wurde darin das Dr. Dollfuß - Museum eingerichtet.

Im 2. Weltkrieg wurde der Schweinzberg bombardiert, da sich hier die Trasse der 2. Wiener Hochquellenwasserleitung befindet. Um die vielen historisch interessanten Plätze ranken sich viele Sagen. Auch Marterln und Kapellen berichten von vergangenen Zeiten.